Amazon goes 2016

Das vergangene Jahr war für Amazon äußerst erfolgreich, der Aktienkurs ging steil nach oben und dieser Trend wird sich wohl in 2016 fortsetzen. Doch was den Aktienmarkt und langfristig denkende Anleger erfreut, sieht der Verbraucher durchaus anders. Amazon wird von deutschen Internet-Nutzern und Online-Shoppern entweder geliebt oder gehasst. Das belegt eine Studie, die im Auftrag der Internet World Messe durchgeführt wurde. In der Onlinebefragung gaben 3.000 deutsche Internet-Nutzer Auskunft über ihre Kauferfahrungen in Online-Shops und berichteten, welche Faktoren sie beim Online-Shopping begeistern. Das Ergebnis zeigt, dass Amazon zugleich der beliebteste und unbeliebteste Webshop der Deutschen ist. Beliebt ist die einfache, unkomplizierte Bestell- und Retourenabwicklung; als Grund für die Unbeliebtheit nannten die Befragten den Umgang Amazons mit seinen Mitarbeitern. Interessant ist hierbei die Tatsache, dass 58% der Befragten angaben, dass sie zwar nicht gern bei Amazon einkaufen, es aber dennoch tun.

Doch nun zu dem, was wir 2016 vom Online-Riesen erwarten können.

Amazon will eigenen Paketdienst aufbauen

Jeder, der einen Branchennewsletter abonniert hat, erhält wöchentlich, wenn nicht sogar täglich, Updates und News zu Amazon. „Amazon plant Angriff auf die Deutsche Post“ ist beispielsweise in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. Der Internet-Händler will in ganz Europa vollautomatische Packstationen aufbauen. Hier sollen die Kunden dann ihre Bestellungen abholen und Retouren abgeben. Desweitern möchte Amazon in Deutschland Pakete bald innerhalb von 90 Minuten ausliefern lassen. Die Testphase läuft bereits… Eine amtliche Ansage, und die Deutsche Post muss sich warm anziehen.

Starke Marke

Amazon zählt im deutschen Markenranking zu den Best Brands 2016 und gewinnt in der Sonderkategorie „E-Commerce“ den Award als wachstumsstärkste E-Commerce-Marke. Der Online-Riese ist zugleich auch Marktführer, denn allein 25 Prozent des gesamten deutschen Onlinehandels werden über Amazon umgesetzt. Die Best Brand Awards werden jährlich von Serviceplan und der GfK Gruppe verliehen.

Amazon investiert in Indien

Der US Onlinehändler will noch weiterwachsen und hat das indische Payment Start-up Emvantage übernommen. Es ist kein Geheimnis, dass Amazon schon länger am indischen E-Commerce-Markt interessiert ist und sich in diesem lukrativen Absatzmarkt besser positionieren möchte. Der indische Online Handel boomt: Der Subkontinent könnte bis zum Jahr 2020 ein geschätztes Marktvolumen von 100 Milliarden US Dollar erreichen, prognostizierten der Indische Industrieverband Assocham und die Wirtschaftsprüfergesellschaft PricewaterhouseCoopers.

Eigenes Modelabel soll Lücke schließen

Die nächste aufregende Nachricht geht in eine andere, lukrative Sparte des Online-Handels: Fashion. Amazon plant laut Medienberichten ein eigenes Modelabel. Auch in diesem Marktsegment möchte der US-Onlinehändler Fuß fassen. Mit einem eigenen Modelabel könnte Amazon die Lücke schließen, die dadurch entsteht, dass einige Modeunternehmen sich entschlossen haben, Ihre Waren nicht über Amazon zu verkaufen. Der Online-Händler verkauft bereits seit 2002 Bekleidung und ist in den USA und Deutschland einer der führenden Einzelhändler in diesem Segment.

Amazon erhöht in den USA den Mindestbestellwert für Gratisversand

Schlechte Nachrichten für kleine Online-Einkäufe: Der Marktführer versendet Bestellungen in den USA nun erst ab einem Wert von 49 US-Dollar – und nicht wie bisher ab 35 Dollar Bestellwert – versandkostenfrei. Es ist anzunehmen, wenn auch noch nicht offiziell angekündigt. dass eine ähnliche Anhebung des Mindestbestellwertes auch in Europa folgen wird. Nach der letzten Erhöhung in den USA 2013 (damals von 25 auf 35 Dollar) folgte eine vergleichbare Anhebung des Mindestbestellwertes auch in Deutschland: Seit 2014 müssen Kunden für mindestens 29 Euro bestellen, statt wie davor für 20 Euro. Es liegt auf der Hand, dass Amazon seinen Abo-Dienst „Amazon Prime“ damit attraktiver machen möchte und mehr Kunden zum Abo-Abschluss animieren will.

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