Internationalisierung im E-Commerce geht weiter: Trend 2016

Die Internationalisierung bei Online-Händlern ist ein ungebrochener Trend, der sich auch 2016 weiter fortsetzt. Der deutsche Online-Handel boomt und wächst. Aber während auf dem hiesigen Markt der Wettbewerb immer stärker wird, kann die Expansion ins Ausland neue Umsatz- und Entwicklungspotentiale bieten. Viele Online-Händlern scheuen sich noch, den Schritt ins internationale E-Business zu wagen, andere haben die internationalen Möglichkeiten bereits erkannt und agieren äußerst erfolgreich sowohl im europäischen Ausland als auch weltweit.

Zwar gibt es bei der Auslandsexpansion keine allgemeingültigen Regeln und Best-Practice-Beispiele, denn jedes Land ist anders und verfügt über spezielle Nutzerverhalten und kulturelle Unterschiede. Wenn man jedoch einige Punkte beachtet, dann steht einer erfolgreichen Internationalisierung nichts mehr im Wege.

Die richtige Strategie steht am Anfang

Der erste Schritt in Richtung internationaler Roll-out sollte die Entwicklung einer individuellen Markteintrittsstrategie, iinklusive einer Markt- und Wettbewerbsanalyse sein. Die zentrale Frage lautet, wie hoch der Bedarf der angebotenen Produkte oder der Dienstleistung am Zielmarkt ist. Eine exakte Zielgruppenanalyse gibt Aufschluss über die Nachfrage. Besteht diese, kann die Strategie hinsichtlich Budget, Personal, Preisgestaltung, Vertriebskanäle und Produktportfolio ausgearbeitet werden. Spätestens jetzt sollte man sich auch die Frage stellen, ob man den Roll-Out komplett allein stemmen kann (genügend Know-how und Personal vorhanden?) oder besser strategische Partnerschaften eingeht. Diese schränken das Risiko, gleich am Anfang zu scheitern, deutlich ein.

Eine detaillierte Wettbewerbsanalyse gibt Auskunft über den möglichen Erfolg der Internationalisierung.

Zentrale Fragestellungen sind hierbei:

  • Wie viele Mitbewerber gibt es im Zielland?
  • Existiert evtl. ein Monopolist im Geschäftssegment?
  • Wo liegen die signifikanten Unterschiede zwischen dem deutschen und dem Zielmarkt?

Lost in Translation?

Es lohnt sich, Zeit und Geld in eine gute Übersetzung zu investieren, denn bei der Sprache gibt es keine Kompromisse. Der Online-Shop oder die Webseite muss selbstverständlich in die Landessprache übersetzt werden und zwar unter Berücksichtigung der landestypischen und kulturellen Eigenheiten. Am besten machen dies Muttersprachler mit Branchenkenntnissen. Verkäufer müssen die Sprache ihrer Kunden sprechen, sonst bleiben die Regale voll – egal ob im stationären Geschäft oder digital.

Unterschiedliche Kulturen berücksichtigen

Andere Länder, andere Sitten: dies gilt nicht nur im Urlaub, sondern selbstverständlich auch im internationalen E-Commerce. Es wird nicht funktionieren, ein bereits bestehendes Konzept einfach auf ein anderes Land zu adaptieren, ohne die Mentalität der Bevölkerung zu kennen. Kenntnisse über Religion und kulturelle Gepflogenheiten des Ziellandes helfen, moralische und ethische Missverständnisse zu vermeiden.

Rechtliche Grundlagen

Vor Live-Gang ist eine Überprüfung der Rechtsgrundlagen im Zielland absolut notwendig. Am besten nimmt man hierfür ein Rechtsanwalt in Anspruch, damit auch Impressum, AGB, Widerruf und Datenschutz rechtssicher geklärt sind.

Innerhalb der Europäischen Union ist übrigens manches einfacher, denn nach und nach werden EU-weit einheitliche Standards im Verbraucherrecht eingeführt. So gilt seit Juli 2014 beispielsweise die standardisierte Widerrufsfrist von 14 Tagen. (Richtlinie 2011/83/EU (Verbraucherrechte-Richtlinie)

Online-Marketing

Ausreichend Budget für Werbemaßnahmen ist unabdingbar. Eine auf das Zielland abgestimmte, langfristige SEO Strategie bzw. eine lokale Online-Marketing Strategie ist unerlässlich für den erfolgreichen Launch im Ausland. Auch hier sollte der Online-Händler genau überlegen, ob er eine Agentur im Zielland beauftragt oder die Kampagnen zentral vom Heimatland aus steuern kann.

Logistik und Versand

Die reibungslose Versandabwicklung ist einer der Eckpfeiler des erfolgreichen Online-Handels. Um nachhaltig Erfolg im internationalen E-Commerce zu haben, ist es gerade bei Online-Käufen entscheidend, wie schnell und akkurat die Ware beim Kunden ankommt. Konnte er sich während der Versandzeit über den Verlauf der Sendung informieren? Wurde die Ware korrekt geliefert und entspricht das Gelieferte dem Bestellten? Wie schnell und kulant wird reagiert, wenn es doch einmal eine Beschwerde oder eine Reklamation gibt? Einwandfreie Logistik und Distribution muss gewährleistet sein, um einen optimalen, fehlerfreien und schnellen Versand zu garantieren. Auch hier gilt wieder: entweder einen Logistikpartner vor Ort wählen oder einen internationalen Dienstleister für den weltweiten Versand beauftragen.

Payment / Bezahlsysteme

Um Warenkorbabbrüche zu vermeiden, sollte man sich über die beliebtesten Zahlungsmethoden im Land der Zielgruppe informieren. Über Full-Service-Payment-Dienstleister kann man Komplett-Pakete beziehen, die alle wichtigen Bezahlsysteme im Online-Shop integrieren.

Service & Support

Der Kunden-Support, bestenfalls in der jeweiligen Landessprache, und die Erreichbarkeit sind – last but not least – wichtige Stellschrauben in puncto Wettbewerb und Vertrauensbildung.

Wer die aufgeführten Punkte beachtet und Chancen und Risiken gegeneinander abwägt, ist auf dem richtigen Weg zum erfolgreichen Internationalisierung seines Geschäftsmodells.

 

Wenden Sie sich an uns, und profitieren Sie von unserer Erfahrung in diesem Bereich! Mehr Informationen finden Sie auf unserer Seite Internationalisierung.

 

Bildquelle:
taa22 / Shutterstock.com

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