Wie weit darf Werbung gehen? Werbeaussagen und ihre rechtlichen Grenzen

Werbung ist ein hochsensibler Bereich im Wettbewerb. Dies gilt umso mehr im Fernabsatzhandel, wo dem Verbraucher, anders als im stationären Handel, nicht ohne weiteres die Möglichkeit eröffnet ist, sich etwa durch Nachfragen unmittelbar und schnell die gebotene Klarheit zu verschaffen.

Zunächst einmal die Basics: Jegliche Art von irreführender Werbung ist unzulässig, d. h. jede werbende Aussage muss wahrheitsgemäß und ggf. auch beweisbar sein. Nachfolgend sollen die fünf der gängigsten Werbemittel vorgestellt werden und worauf aus rechtlicher Sicht genau geachtet werden muss.

Spitzenstellungen

Nur bei uns: Produkte mit den besten Preisen!!!“, „Material von höchster Qualität“ oder „Top Qualität“. All diese Aussagen springen dem Kunden ins Auge und werden von Händler oft und gerne genutzt. Bei diesen Aussagen handelt es sich jedoch um sog. Werbung mit einer Spitzenstellung, die generell heikel ist. Wer die „beste Qualität“ bewirbt, muss dies auch tatsächlich anbieten und im Streitfall beweisen können. Sind die Produkte der Konkurrenz „nur“ gleichwertig, muss die Aussage zur Vermeidung einer Abmahnung entfernt werden.

Verzichten Sie auf folgende Formulierungen wie z. B.:

  • „beste“
  • „höchste“
  • „Top – Qualität“

Versicherter Versand

Wer in seinem Shop mit einem versicherten Versand wirbt, wird damit vielleicht das Vertrauen der Kunden stärken. Doch auf diese Werbung könnten sich Abmahner stürzen. Mit der Werbung „versicherter Versand“ wird dem Verbraucher suggeriert, er werde vom Versandrisiko befreit. Dem ist aber gerade nicht so. Bei einem Verbrauchsgüterkauf, d. h. bei einem Kauf eines Verbrauchers von einem Unternehmer, trägt das Risiko von Verlust oder Beschädigung der Unternehmer.

Gütesiegel

Auch wenn das Vertrauen der Deutschen in Interneteinkäufe stetig wächst: Bedenken in Bezug auf Zahlungssicherheit und Datenschutz sowie mangelndes Vertrauen in den Verkäufer sind noch nicht von der Bildfläche verschwunden. Vor diesem Hintergrund erlangen Gütesiegel auch beim Einkauf im Internet immer mehr an Bedeutung. Sie sollten jedoch nur dann beworben werden, wenn sie auch tatsächlich verliehen wurden und noch gültig sind. Außerdem ist beim Einbinden eines Logos oder Gütesiegels auf eine Seite zu verlinken, die Auskunft darüber gibt, wofür das Gütesiegel, durch wen, wann und für welchen Zeitraum vergeben wurde.

Testergebnisse

Weil viele Tests (z. B. die der Stiftung Warentest) objektiv und unabhängig sind, vertrauen Verbraucher diesen Testergebnissen und beziehen diese in ihre Kaufentscheidungen ein. Warum sie also nicht in die Werbung einbeziehen? Die Werbung mit den Untersuchungsergebnissen der Stiftung Warentest mittels der allseits bekannten Logos erlauben die Warentester nur, sofern die Nutzungsbedingungen beachtet werden. Die Werbung mit veralteten oder überholten Testergebnissen, deren Veröffentlichung schon einige Jahre zurückliegt, ist unzulässig. Zudem ist der exakte Fundort der Veröffentlichung des Tests anzugeben und sicherzustellen, dass die Fundstelle des Testergebnisses klar und deutlich lesbar ist.

Gesundheitsaussagen

„…Aktiviert Ihren Stoffwechsel…“, „…reduziert Falten…“, „…schützt vor Erkältung…“. Kaum ein Produkt kommt heute noch ohne diese und andere unwiderstehliche Werbeaussagen aus, die dem Kunden „das“ Produkt schmackhaft machen sollen. Eine Werbung mit gesundheitsbezogenen Aussagen ist jedoch nicht generell unzulässig. Wegen des hohen Schutzgutes der Gesundheit des Einzelnen und der Bevölkerung sind werbende Anpreisungen auf diesem Gebiet aber nur zulässig, wenn sie gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis entsprechen. Im Zweifel sollten Händler auf die Werbeaussagen verzichten.

Fazit

Werbung muss sich immer mehr absetzen und etwas bieten, was die Konkurrenz nicht bieten kann. Leider haben auch die Konkurrenz sowie Wettbewerbs- und Verbraucherverbände immer ein Auge darauf, wie weit die Werbung geht. Was unwahr ist, sollte also generell unterlassen werden. Ansonsten fließen die Mehreinnahmen durch die Aktion schnell in die nächste Abmahnung.

 

Wir bedanken uns an dieser Stelle recht herzlich für diesen Artikel bei unserem Partner händlerbund.de (Autorin: Yvonne Bachmann)

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Bildquelle:
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